Schaffhauser Nachrichten: Schulschliessungen: Bildungsreferent Raphaël Rohner kritisiert Kurzfristigkeit: «Wir haben eine absolute Ungewissheit»

18. Dezember 2020

Am Dienstag hat der Schaffhauser Regierungsrat entschieden, dass nächste Woche kein Schulunterricht stattfindet. Ob...

Keine Termine

Die Entstehung, der Abbau und die Nutzung von mineralischen Rohstoffen und die problematischen Fragestellungen daraus sind das Thema der heute beginnenden Ausstellung «BodenSchätzeWerte».

von Mark Liebenberg

Eisen, Kupfer, Rohöl, Seltene Erden – ohne mineralische Rohstoffe ginge in unserer Welt nicht viel. Zum Beispiel bei den Smartphones, von denen heute rund zweieinhalb Milliarden Stück im Umlauf sind. «Haben Sie sich schon mal gefragt, was da eigentlich drinsteckt?», fragte Urs Weibel, der Kurator der Naturkundlichen Abteilung des Museums zu Allerheiligen in Schaffhausen, gestern bei der Vorstellung der neuen Ausstellung in die Runde. Neben Gold, Kobalt, Seltenen Erden und Kupfer sind rund 30 weitere Metalle in einem Handy verarbeitet. «Die Verwendung dieser nicht erneuerbaren Rohstoffe ist für uns selbstverständlich. Der weltweite Verbrauch nimmt stetig zu. Darüber nachzudenken, was das bedeutet, dazu wollen wir mit dieser Ausstellung anregen», so Weibel.

Die von einem Forscherteam von der ETH Zürich bereits vor vier Jahren konzipierte Ausstellung «BodenSchätzeWerte. Unser Umgang mit Rohstoffen» vermittelt auf wenig Raum im Wechselsaal in 42 Modulen sehr viel Wissen. «Dabei stehen naturwissenschaftliche neben gesellschaftspolitischen, ökonomische neben umweltpolitischen, technische neben ethischen Fragestellungen», lobt Weibel das Konzept. Die Schau könne helfen, Kreisläufe und Systeme zu verstehen, die den globalen Rohstoffverbrauch prägten. «Und ohne den Mahnfinger zu heben, will sie auch aufzeigen, was uns das alles als Konsumenten angeht.»


«Zum goldrichtigen Zeitpunkt»

So können die Ausstellungsbesucher an einer der Stationen mit einem Warenscanner die durchschnittliche Erdölbilanz einiger Produkte des alltäglichen Bedarfs erfahren. Ein Beispiel: Eine Gurke, Wintersaison, Gewächshaus Europa: 0,7 Liter Erdöl für Produktion, Transport und Verpackung zeigt das Gerät an.

«Ich hoffe natürlich, die Generation Z strömt jetzt ins Museum.»

Katharina Epprecht, Museumsdirektorin

Die Ausstellung komme damit zum goldrichtigen Zeitpunkt, meinte Museumsdirektorin Katharina Epprecht. «Dieser Tage wollen Schaffhauser Schülerinnen und Schüler zu einem Klimastreik aufrufen. Wir bieten auf diese Weise eine Plattform an, um sich über Ressourcenverbrauch ganz generell Gedanken zu machen. Sich der Zahlen und Dimensionen bewusst zu werden, ist die Voraussetzung dafür, ein verantwortungsbewusstes Leben zu führen.» Der Generation Z brenne das Thema offensichtlich auf den Nägeln. «Ich hoffe natürlich, die junge Generation strömt jetzt ins Museum, und erinnere gerne daran, dass der Eintritt in unser Haus für unter 25-Jährige gratis ist», sagte Epprecht.

Mit der Ausstellung, die bis zum kommenden Dezember dauere – also aussergewöhnlich lange –, wolle das Museum ganz besonders auch Schulklassen ansprechen, sagte der städtische Kultur-(und Schul-)Referent Raphaël Rohner. «Die Ausstellung bietet einen didaktischen Aufbau und ermöglicht eine kontroverse, zielgerichtete Diskussion zu Herausforderungen, die uns alle etwas angehen.» Auch wenn alle Ausstellungselemente vorfabriziert nach Schaffhausen gekommen seien (siehe Kasten rechts), könne das Haus seine Mehrspartigkeit ausspielen – dies vorab mit einer Fülle von Begleitveranstaltungen, Spezialführungen und Vorträgen. Einen kulturgeschichtlichen Querbezug sieht Rohner auch im Regionalen: «Die Geschichte Schaffhausens ist mit dem Abbau von Rohstoffen aufs Engste verknüpft.» Angefangen bei der Rolle des Salzes für die Handelsstadt bis zum Abbau von Bohnerz für die Schwerindustrie.

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Faktenreich und anschaulich: ETH-Ausstellung in Schaffhausen

Die von FocusTerra, dem erdwissenschaftlichen Forschungs- und Informationszentrum der ETH Zürich, konzipierte Ausstellung informiert über Werdegang, Abbau und die vielfältige Nutzung und Entsorgung mineralischer Rohstoffe. Überdies will sie unseren Umgang damit und die wirtschaftlichen, umweltschützerischen, politischen und sozialen Konsequenzen davon beleuchten – besonders auch die Rolle der 500 im globalen Rohstoffbusiness tätigen Firmen in der Schweiz.

Die Schau war im August 2015 an der ETH zu sehen und danach auch am Museum für Urgeschichte in Zug. Das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen hat alle Bestandteile der Ausstellung von der ETH ausgeliehen, wie Direktorin Katharina Epprecht erklärt. Kostenpunkt: 15 000 Franken. «Ein Schnäppchen», sagt Epprecht. Kuratorisch betreut werde sie von der Naturkundlichen Abteilung. Zusammengestellt hat man etwa Themenrundgänge in den 42 interaktiven Modulen, die einzelne Aspekte des Rohstoffkreislaufs anschaulich aufgreifen. So etwa «Wohin fliesst das Erdöl», «Handy – vernetzt mit der ganzen Welt?» oder «Rohstoffland Schweiz». In «Gold, alles edel und gut?» erfährt man etwa, dass 70 Prozent des weltweiten Goldes hierzulande eingeschmolzen und raffiniert werden. (lbb)

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