Schaffhauser Nachrichten: Schulschliessungen: Bildungsreferent Raphaël Rohner kritisiert Kurzfristigkeit: «Wir haben eine absolute Ungewissheit»

18. Dezember 2020

Am Dienstag hat der Schaffhauser Regierungsrat entschieden, dass nächste Woche kein Schulunterricht stattfindet. Ob...

Keine Termine

Die Museumsnacht bietet viel zu viel für eine Nacht. Das war auch bei der diesjährigen Ausgabe nicht anders. Schlaglichter eines kulturellen Grossanlasses auf beiden Seiten der Landesgrenze.

Text Louise Roos und Luca Miozzari
Bilder Michael Kessler und Melina Ehrat

Durch Kunst zu umfassender Bildung gelangen, hiess es bei der Eröffnung der 22. Museumsnacht der Region Schaff­hausen. Stadtrat Raphaël Rohner entliess die kunstbegeisterten Nachtschwärmer mit der Forderung, die wenigen Stunden zu nutzen und die Kunstvielfalt auch grenzüberschreitend zu geniessen. Rohner gab keine Empfehlung: «Es gibt so viel zu entdecken, man bräuchte ein ganzes Museumswochenende.»


Ein Männerparadies

Zu dieser umfassenden Bildung konnte man an der Museumsnacht, welche an über 100 Veranstaltungsorten in der Region Hegau Schaffhausen stattgefunden hat, zum Beispiel auf dem Singener Rathausplatz gelangen. Zumindest, was alte Autos angeht. «12 Zylinder, jeder davon so gross wie ein Dixi-Klo», ruft ein Man mit geschwungenem Schnurrbart und einer roten Krawatte, auf die kleine Sportwagen gestickt sind.

«Ein tolles Auto», findet auch Bernhard Hall zum Boliden, der gerade vorfährt, «aber leider nur ein Zweisitzer.» Der Rentner wartet mit seinem Enkel Jonathan Matt darauf, von einem der Oldtimer mitgenommen und durch die Singener Innenstadt kutschiert zu werden. «Museum auf Rädern», nennt sich das Angebot. Endlich kommt ein Fahrzeug, das den Grossvater samt Enkel aufnehmen kann. Ein Benz 350 SLC, weiss der Mann mit dem Schnurrbart. Er heisst Andreas Hoffmann Sinnhuber, hauptberuflicher Oldtimer-Experte aus Berlin, der extra für diesen Event eingeflogen worden war. Denn von seiner Sorte gibt es nicht viele. Für seinen Job braucht es eine grosse Klappe und ein enormes Wissen über alte Fahrzeuge. «Ich bin ein Radioonkel, der seine Leidenschaft für Autos zum Beruf gemacht hat», verrät er.


Kunst im Zeichen der Frau

Abseits von dröhnenden Motoren und stinkenden Auspuffen stellten bei FATart im Kammgarn-Westflügel in Schaffhausen Künstlerinnen eine Vielfalt an Arbeiten vor. Ziel der FATart ist, dem bis heute bestehende Geschlechterungleichgewicht auf dem Kunstmarkt entgegenzuwirken. Diese Haltung spiegelt sich aber nicht zwangsläufig in den Werken wieder. Während sich einige Künstlerinnen vom weiblichen Körper inspirieren lassen, tummeln sich beispielsweise bei Ariane Zeller in der Serie «Die Übermalten» Tiergestalten. Die FATart-Performance «what water tells» war gut besucht. Kuan Ling Tsai tanzte zum Film von Gertrud Pinkus und zog die Zuschauer in eine Rhein-Unterwasserwelt.

Auch Werke der Schaffhauserin Brigitte Schlatter, die in der Galerie Kraftwerk ausstellte, könnten den Rhein zeigen. Das sei aber ganz im Auge des Betrachters: «Ich gebe meinen Bildern keine Titel, damit völlige Interpretationsfreiheit besteht.»

Im Burtscher/Küenzi Wohnatelier zeigte Sasha Küenzi ihre Fotografien und private Möbel in Kombination mit den Designermöbeln von Willy Guhl, während er sein Gestaltungsprinzip erklärte. Im Atelier von Kurt Bruckner wurde wie immer gefeiert, geplaudert, und vor allem mit dem «Musée imaginaire» die Kunstkenntnisse gefördert.

Der «Arbeitsplatz» des Malers und Performance-Künstlers Chris Leithaeuser war für eine Nacht das Feuerwehrdepot in Singen. «Jungs, ich brauche mehr Wasser», sagte er in die Gegensprechanlage und warf einen Farbklumpen gegen eine löchrige Blache. In der Tat dürfte es eine erhebliche Menge Wasser gebraucht haben, um am nächsten Morgen die Spuren des Spektakels zu beseitigen, das der Künstler «Action-Painting» nannte. Mit Pinseln, Sprühdosen und mit blossen Händen erschuf der Donau-Eschinger Gemälde, die grösser waren als er selbst. «Es hat einen schönen Rhythmus», befand er zufrieden, als er zum Schluss seiner Performance sein Werk begutachtet hatte.

«Jungs, ich brauche mehr Wasser»

Chris Leithaeuser, «Action-Painter»

Das «Atelier» teilte er sich Barbara Baumgart, die sich bei den Feuerwehrleuten einen Schlauch geliehen und ihn mit Kleiderstücken umwickelt hatte – ein wurmförmiges Statement gegen die Verschwendung.

Eine etwas «ruhigere» Art von Kunst war derweil beispielsweise im Rathaus zu sehen, wo diverse lokale und überregionale Künstler ihre Gemälde und Fotoarbeiten ausstellten. Wer Bilder im Mondlicht in Kombination mit einer Aussicht auf den Hohentwiel bevorzugte, war im Stadtpark an der richtigen Adresse. 24 grossformatige Gemälde standen hell erleuchtet unter freiem Himmel.

Musikalisch kam der nächtliche Museumsgänger in der Scheffelhalle auf seine Kosten, wo das Jugendensemble «Neue Musik» aufspielte. «Oh mein Hegau, schön bist du», sang gleich nebenan der Männerchor Singen im Hof des MAC Museums.

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