Schaffhauser Nachrichten: Schulschliessungen: Bildungsreferent Raphaël Rohner kritisiert Kurzfristigkeit: «Wir haben eine absolute Ungewissheit»

18. Dezember 2020

Am Dienstag hat der Schaffhauser Regierungsrat entschieden, dass nächste Woche kein Schulunterricht stattfindet. Ob...

Keine Termine

Während auch in der Region in der zweiten Jahreshälfte viele Anlässe wegen Corona abgesagt wurden, so soll die neue Spielzeit von Schaffhausen Klassik wie geplant stattfinden.

von Mark Liebenberg

Herbstmesse abgesagt, Museumsnacht abgesagt, «Stars in Town» abgesagt – in den letzten Wochen häuften sich auch in der Region die Corona-bedingten Absagen von Gesellschafts- und Kulturevents. Und während das Musik-Col­legium Schaffhausen (MCS) fünf Veran­staltungen der letzten Konzertsaison von «Schaffhausen Klassik» wegen den Beschränkungen ausfallen lassen musste, so sind die Verantwortlichen frohen Mutes, im Herbst eine neue Spielzeit eröffnen zu können, die mit relativ wenigen Retuschen auskommt.

«Konzertveranstaltungen sind etwas von dem, was vielen Kulturinteressierten in der Zeit des Lockdowns gefehlt hat, das kriege ich immer wieder zu hören», sagt die künstlerische Leiterin des MCS, Annedore Neufeld. Zwischen August 2020 und Juni 2021 sind nun im Abo-Programm zwölf Konzerte mit kleineren und grösseren Ensembles aus dem In-und Ausland vorgesehen. Wobei die Corona-Schutzkonzepte so­wohl im Zuschauerraum als auch auf dem ­Konzertpodium gelten, wie MCS-Präsident ­Raphaël Rohner ausführt. «Die Gesundheit der Konzertbesucher und der auftretenden Musiker hat oberste Priorität für uns.»

Konkret werden die Zuhörer weiter weg voneinander platziert, sodass es den Vorschriften entspricht. «Zum Glück verfügen wir mit dem ‹St. Johann› über einen Konzertort, der dies zulässt, ohne dass wir plötzlich viel weniger Plätze verkaufen können», sagt Rohner. Die Kirche St. Johann fasst total 1000 Besucher.

Komplizierter wird es bei Orchesterkonzerten auf dem Podium. Auch hier würden die Abstände eingehalten, das Schweizer Jugendsinfonieorchester spielt sogar in zwei unterschiedlichen Besetzungen vor und nach der Pause. «Und auch sonst ­spielen die gastierenden Orchester wo möglich in reduzierten Besetzungen», sagt Neufeld. Chorkonzerte, welche die Umsetzung nochmals erschwert hätten, sind im regulären Programm der Spielzeit 2020/21 keine vorgesehen. Dennoch fehlt der menschliche Gesang in der neuen Schaffhauser Klassiksaison keineswegs. Dafür sorgt der Schweizer Shooting-Star unter den Sopranistinnen, Regula Mühlemann, mit einem speziellen Programm: Verschiedene Barockkomponisten haben den Cleopatra-Stoff vertont, die Luzerner Sängerin hat daraus einen Soloabend mit Barock­orchester gemacht.

«Die gastierenden Orchester spielen wo ­ immer ­möglich in ­reduzierten ­Besetzungen.»

Annedore Neufeld, Künstlerische Leiterin Schaffhausen Klassik

Den Auftakt am 1. Oktober macht das Alumni Sinfonieorchester aus Zürich mit einem süffigen Mix aus diversen romantischen «Tone Poems». Und der Klarinettist Dimitri Ashkenazi spielt Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert. Sechs Orchesterformationen sind in der neuen Saison zu Gast, zwei davon leitet Neufeld selber. Mit dem Collegium Musicum Basel steht dabei Brahms im Zentrum – obschon das Jahr eigentlich einem anderen gehört: Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beet­hoven wird im Dezember drei Mal eine ­Begegnung mit dem Sonatenwerk des ­Meisters stattfinden. Im Dreiteiler «Young ­Musicians» interpretieren aber nicht graue Klavier-Eminenzen die Werke, sondern junge Studierende von drei Hochschulen. «Wir möchten damit auch einen Beitrag zur Förderung von jungen Musikern leisten», sagt Neufeld.

Mit dem um ein Jahr verschobenen Bachfest spannt das MCS dann zum Saisonbeginn im August, also in einem Monat, zusammen: Fünf Konzerte an fünf ­Orten rheinaufwärts an fünf aufeinanderfolgenden Tagen bringen je eine Bachkantate mit Orchestern, einem Vokalensemble und Gesangssolisten zu Gehör, und zwar zweimal in Schaffhausen, je einmal in St. Katharinental, in Diessenhofen und in Stein am Rhein. In der Woche, in der das «Stars in Town» hätte stattfinden sollen, ist mit diesem «Mini-Bachfest» eine ganz andere Musikart zu erleben. Auch hier sei es die Idee gewesen, Profimusikern eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten, so Neufeld. «Klassische Instrumentalisten und Sänger sind von der Krise besonders betroffen, manche müssen mit massiven Einkommenseinbussen umgehen.»

 

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