Schaffhauser Nachrichten: Schulschliessungen: Bildungsreferent Raphaël Rohner kritisiert Kurzfristigkeit: «Wir haben eine absolute Ungewissheit»

18. Dezember 2020

Am Dienstag hat der Schaffhauser Regierungsrat entschieden, dass nächste Woche kein Schulunterricht stattfindet. Ob...

Keine Termine

Bereits in einem Jahr soll die von der Schaffhauser Kulturszene lange ersehnte mittelgrosse Spielstätte in Betrieb gehen. In der nicht mehr benutzten Bachturnhalle soll ein bis zu 150 Zuschauer fassendes Lokal für Theater, Konzerte und mehr entstehen.

von Mark Liebenberg

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Transformation von der Sport- zur Kulturstätte: Der Kulturreferent Raphaël Rohner, der städtische Kulturbeauftragte Jens Lampater, die Baureferentin Katrin Bernath und Jonas von Wartburg vom Hochbauamt (v.l.) stellen die Sanierungs- und Umbaupläne in der alten Bachturnhalle vor. Bild: M. Kessler

Und manchmal geht alles verblüffend schnell: Vor einer neuen mittelgrossen Bühne in der Stadt soll in einem Jahr der Vorhang aufgehen. Das Schaffhauser Sommertheater will dann die Bachturnhalle mit seiner Produktion «Don Quichote» einweihen. Seit gut 18 Jahren redet man in der Stadt über das Fehlen einer mittelgrossen Bühne. Gestern präsentierten die Verantwortlichen von der Stadt und die designierte Betreiberin der Spielstätte, dem Schauwerk-Theater unter Leitung von ­Katharina Furrer, vor den Medien die Pläne.

Der städtische Kulturreferent Raphaël Rohner sagte: «Mit diesem Angebot, das eine vielfältige Nutzung in einem breiten Segment zulässt, schliessen wir in der Stadt eine Lücke.» Zwischen dem Stadttheater (700 Plätze) und den kleineren Spielstätten, wie dem Haberhaus oder dem Fasskeller, klafft in der Tat eine Lücke. Im Rahmen der Arbeiten an einer Kulturstrategie für die Stadt sei dies erneut virulent geworden, erklärt der Kulturbeauftragte Jens Lampater: «Nach einem partizipativen Verfahren mit der Kulturszene und einer Onlineumfrage schwang die Bachturnhalle als Standort klar obenaus.» ­Geprüft worden seien auch andere Lokalitäten, etwa der Salzstadel, das Steigschulhaus oder die Stahlgiesserei. Genutzt werden soll die Bachturnhalle nicht allein von Theaterensembles, sondern auch von Chören, Musikgesellschaften, Schulaufführungen, für Vorträge oder Tagungen.

 

Stadt bezahlt nur die Sanierung

Die für den Sportunterricht nicht mehr genutzte Halle aus der Gründerzeit wurde 1976 zum letzten Mal saniert und ist daher arg in die Jahre gekommen. Mit dem städtischen Budget bereits gesprochen ist die Sanierung des Rohbaus (Dach, Fenster, Fassade, Boden, Nassbereiche). Kosten: 1,2 Millionen Franken. Und hier endet ­bereits das Engagement der Stadt. Denn für den Innenausbau und die Umfunktionierung der Turnhalle in ein Theater zeichnet die Gruppe «Theater Bachturnhalle» verantwortlich, die praktisch identisch ist mit dem Schauwerk-Theater. Dieses Team um Katharina Furrer wird eine abgestufte ­Zuschauertribüne, eine Ton- und Lichtanlage, den Bühnenbau sowie einen Foyerbereich mit Bar und Möblierung beim Eingang auf der Seite Webergasse besorgen.Das kostet Geld, und zwar nochmals rund 1,1 Millionen Franken. Diese Summe will das Schauwerk nun via Sponsoren, Gönner und private Spender reinholen. Kein Pappenstiel, sagt Furrer: «Das raubt mir schon ein wenig den Schlaf.» Aber es würden Gespräche laufen, und so hätten die SIG-Stiftung und die Windler-Stiftung bereits «namhafte» Beträge in Aussicht ­gestellt. Der Zeitplan ist ambitioniert: Der Theaterraum mit Tribüne aus Holz und ebenerdiger Bühne soll bis im April 2020 eingebaut sein, danach soll das Sommertheater bereits dort proben und das Haus damit im

Jedoch schwebt den Machern kein topmoderner Theaterpalast vor, bei allem dürfe ruhig auch noch ein wenig Improvisation dabei sein. So bemühe man sich bei den theatertechnischen Einrichtungen etwa um Occasions-Material aus anderen Theatern. Und ganz viel soll mit Freiwil­ligenarbeit entstehen, ausserdem sind Benefiz-Aktionen angedacht. Die Einrichtung von Foyer und den darüberliegenden Künstlergarderoben sei nicht das Dringendste. «Das Flair der Turnhalle soll ­erhalten bleiben», sagt Furrer, «und das Theater auch schlicht ‹Bachturnhalle› heissen.»

Schliesslich wird die Schauwerk-Gruppe als Trägerschaft die Bachturnhalle von der Stadt in einem mehrjährigen Mietvertrag übernehmen und umgekehrt mit einer Leistungsvereinbarung von Stadt und Kanton ausgestattet werden. Selina Gerber vom Schauwerk-Theater wird dann den eigentlichen Betrieb und die Vermietung der Bühne managen – ganz so, wie es im kleinen Rahmen im Haberhaus schon funktioniert habe, sagte Furrer.

Das Theaterhaus soll – so haben es die Verantwortlichen errechnet – während rund 220 Tagen im Jahr belegt sein. Man rechnet mit 30 Vorstellungen mit 100 bis 150 Zuschauern und mit 60 Vorstellungen oder Anlässen mit bis zu 100 Zuschauern. Das neue Angebot sieht sich nicht in Konkurrenz zu Kammgarn oder Haberhaus, die ebenfalls von der Stadt unterstützt werden. «Nein, es ist eine Ergänzung» sagte Lampater, «der Bedarf ist klar ausgewiesen». Auch das Schauwerk-Theater will seine Vorstellungsreihe künftig nicht ausschliesslich an der neuen Spielstätte durchführen.

Wohl aber gebe es bereits jetzt Interesse seitens lokaler Theatergruppen (Mo- moll, Sgaramusch, JUPS, Sommertheater) – denn das Theater Bachturnhalle soll auch als Probelokal genutzt werden. Man geht von bis zu 130 Tagen im Jahr aus, wo Produktionen, die dann im Haus aufgeführt werden, auch dort geprobt werden können. Daneben soll die transformierte Bachturnhalle aber eben auch Konzerte, Lesungen der Erzählzeit, Filmvorführungen oder Podien gemietet werden können. Der städtische Finanzreferent Daniel Preisig sagte: «Die Stadt bekommt ganz schön viel Kultur für ganz schön wenig Geld.»

 
 
 
 
 
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