Schaffhauser Nachrichten: Schulschliessungen: Bildungsreferent Raphaël Rohner kritisiert Kurzfristigkeit: «Wir haben eine absolute Ungewissheit»

18. Dezember 2020

Am Dienstag hat der Schaffhauser Regierungsrat entschieden, dass nächste Woche kein Schulunterricht stattfindet. Ob...

Keine Termine

Die Kinderkrippe am Ringkengässchen in der Altstadt, die zurzeit von 50 Kindern besucht wird, ist stark sanierungsbedürftig. Die Stadt will diese Liegenschaft im Baurecht abgeben und die Kita an einem anderen Standort aufbauen – in der neu überbauten Stahlgiesserei.

von Elena Stojkova

50 Kinder werden in der Kinderkrippe Lebensraum am Ringkengässchen in der Schaffhauser Altstadt insgesamt betreut. Seit 1950 wird die städtische Liegenschaft als Kita genutzt. Spielmöglichkeiten gibt es viele, auch einen geschützten und ruhigen Garten. Aber die Gruppenräume der Kinder sind auf vier Stockwerke verteilt. Um von einer Spielmöglichkeit zur nächsten oder zum gemeinsamen Speiseraum zu gelangen, müssen die Kinder und Betreuenden viele Treppen steigen. Die Übersicht über die Kinder zu behalten ist schwierig, Betreuungspersonen müssen die Kinder beim Treppengang oft begleiten. Ein fensterloser Bewegungsraum im Untergeschoss neigt zu Schimmel, die Mitarbeitenden haben keinen Pausenraum. Die Bring- und Holsituation ist unsicher, da es keine Parkplätze vor der Kita gibt. «Das Gebäude ist schön, aber es entspricht nicht den heutigen Anforderungen an eine Kindertagesstätte», so Bildungsreferent Raphaël Rohner.

Etwa 1,5 Millionen Franken würde es kosten, um diese Kita zu sanieren, und auch mit einer Totalsanierung wären die Defizite nicht vollumfänglich zu beheben. Statt die Kita zu sanieren, hat die Stadt Schaffhausen eine andere Lösung geplant: Die Liegenschaft am Ringkengässchen soll für eine passendere Nutzung im Baurecht abgegeben werden – und die Kita kann in die neu überbaute ehemalige Stahlgiesserei im Mühlental umziehen. Dazu hat der Stadtrat eine Vorlage an den Grossen Stadtrat verabschiedet. «Wir würden uns sehr freuen, wenn die Kita Lebensraum in die Stahlgiesserei ziehen könnte», sagt Sabina Hochuli, Abteilungsleiterin Kinder- und Jugendbetreuung.

Eröffnung im Sommer 2022

Wo die Kita im Sommer 2022 eröffnet werden soll, ist heute noch eine Baustelle. In der ehemaligen Stahlgiesserei entstehen über 440 Wohnungen, Läden, ein Restaurant, zwei Schulen, eine Kinderarztpraxis sowie Büro- und Gewerberäumlichkeiten. «Wir erwarten auch einen Zuzug von jungen Familien», sagt Rohner. Dementsprechend bestünde dann auch eine Nachfrage nach einer Kinderbetreuung. Die Zufahrt mit dem Auto und dem öffentlichen Verkehr ist gewährleistet, und auch zu Fuss und mit dem Velo ist die Stahlgiesserei von der Altstadt her in wenigen Minuten erreichbar.

Neu alle Räume im Erdgeschoss

Die Kinderkrippe ist im Erdgeschoss auf total 620 Quadratmetern geplant. «Wir mieten uns nicht einfach in eine Wohnung ein», sagt Finanzreferent Daniel Preisig. Die Fläche soll Spielräume, ein Büro, eine Küche, Garderoben sowie einen Kreativ- und Gemeinschaftsraum enthalten. Hinzu kommt eine Spielfläche im Stadtgarten. «Diese Fläche ist teilweise überdacht und wird mit einer Umzäunung versehen», so Rohner. Auch die übrige Fläche des Stadtgartens könnte mitbenutzt werden. In der Stahlgiesserei wären alle Kita-Räume auf einem Geschoss. Der Betrieb würde vereinfacht, die Räumlichkeiten entsprächen einer modernen Kindertagesstätte. Die Kapazität würde in etwa dieselbe bleiben, sagt Rohner. «Mit diesem Projekt tun wir etwas für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und vergrössern die Chance, dass in der Stadt Schaffhausen mehr junge Leute bleiben – und zuziehen.» Die Stahlgiesserei biete nicht nur Wohnraum, sondern auch Arbeitsplätze: Wer in der Stahlgiesserei wohnt, könne sein Kind am Wohnort betreuen lassen, wer da arbeitet, könne es am Arbeitsplatz betreuen lassen, so Preisig. Das mache das neue Quartier und damit den Wohnstandort Schaffhausen attraktiver.

Die private Eigentümerin des Projekts Stahlgiesserei, die Klaiber Immobilien AG, würde der Stadt die Krippe-Räumlichkeiten für 108'500 Franken pro Jahr vermieten. Mit 600'000 Franken würde sich die Stadt an den Kosten für den Innenausbau beteiligen. Sie mietet ein fertig erstelltes Mietobjekt inklusive Innenausbau, die nicht fix installierte Möblierung würde aus der bestehenden Kinderkrippe am Ringkengässchen übernommen werden.

Die Stadt will die Liegenschaft am Ringkengässchen im Baurecht abgeben. Vergeben wird diese in einem offenen Ausschreibungsverfahren. Derjenige Bewerber, welcher die bestmögliche Entwicklung der Parzelle gewährleisten kann, bekommt das Baurecht. 935'000 Franken ist das Gebäude wert. «Mit diesem Projekt erreichen wir viel zu einem guten Preis», sagt Finanzreferent Preisig.

 
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