«Darum Raumplanung»: Wanderausstellung von SIA und ETH Zürich ist in Schaffhausen zu Gast

Die Ausstellung «Darum Raumplanung » zeigt höchst anschaulich, wie Siedlungsgestaltung, Verkehrsverhalten, Infrastruktur und Schutz des Lebensraums zusammenhängen. Darum: Nicht verpassen!

von Judith Klingenberg


Die emotional geführten Abstimmungskämpfe zur Zweitwohnungsinitiative und zur Revision des Raumplanungsgesetzes haben gezeigt: Die Öffentlichkeit interessiert sich zunehmend für Fragen der Raumplanung. «Das Thema bewegt», sagte Thomas Noack vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein SIA sowie Projektleiter der zusammen mit der ETH Zürich organisierten erfolgreichen Ausstellung «Darum Raumplanung». Seit rund einem Jahr tourt die in einem Schiffscontainer untergebrachte informative Schau durch die Schweiz und macht nun auf dem Fronwagplatz in Schaffhausen Halt. Am vergangenen Dienstag wurde sie mit mehreren Referaten eröffnet, den Auftakt machte Noack. Raumplanung sei ein komplexes und abstraktes Thema, aber
letztlich nichts anderes als die Gestaltung des Lebensraums, sagte er. Und darum gehe Raumplanung alle an. Denn wir alle beanspruchen Raum, sei es fürs Wohnen, für Arbeit, Freizeit oder Mobilität.

«Die Aufgabe der Raumplanung ist es, die Entwicklung in geordnete und nachhaltige Bahnen zu lenken», knüpfte ETH-Professor Bernd Scholl nach den Grussworten von Regierungsrat Reto Dubach und Stadtrat Raphaël Rohner an die Äusserungen des Vorredners an. Denn mit den wachsenden Ansprüchen gehen fortschreitende
Zersiedelung und überbordender Verkehr einher. Um jedoch gestaltend in die Raumentwicklung einzugreifen, sei eine langfristige Planung erforderlich, so Scholl. «Es geht nicht nur um unseren Lebensraum, sondern vor allem auch um jenen der nachfolgenden Generationen», sagte Projektleiterin Martina Schretzenmayr. Die Ausstellung wolle darum gezielt auch Kindern und Jugendlichen die Themen Raumplanung und Lebensraum näherbringen. «An der Schule lernen sie heute, dass es wichtig ist, Wasser und Energie zu sparen; die Ausstellung soll sie dafür sensibilisieren, Boden zu sparen.» Im zwölf Meter langen Container wird an acht audiovisuellen Stationen aufgezeigt, was Raumplanung alles leistet: Wie sie die Landschaft schützt, Ressourcen schont, Staus reduziert, vor Naturgefahren schützt, Lebensqualität schafft und anderes mehr. Ergänzt wird die Ausstellung durch vier Computerstationen im Bauwagen, wo die Raumplanung im Kanton und in der Stadt Schaffhausen interaktiv erfahren werden kann. Weiter werden auf Plakaten konkrete Fragestellungen behandelt wie etwa der kantonale Richtplan als Führungsinstrument der Regierung, wobei der Fokus auf die Siedlungsentwicklung gelegt wird, Aussagen zum Agglomerationsprogramm mit der S-Bahn Schaffhausen und eine aktuelle Studie zu den Freiräumen in der Stadt als Ergänzung zum Thema Siedlungsentwicklung nach innen. «Der Regionalteil ist sehr hilfreich für das bessere Verständnis der Raumplanung im Kanton», sagte Raumplaner Konradin Winzeler, der die Wanderausstellung nach Schaffhausen geholt hat und von Kantonsplanerin Susanne Gatti tatkräftig unterstützt wurde.